Zerbrochen

Ich hatte vor ein paar Monaten einen schweren Autounfall, der noch immer nachwirkt. Gestern abend sah ich mir THE BROKEN an. Auslöser der Geschichte ist ein Autounfall, der sehr drastisch dargestellt ist. Danach konzentrierte ich mich nur noch mit halber Kraft auf die Geschichte des Films. Meine Gedanken hingen meinen eigenen Erfahrungen hinterher. Das Ereignis eines solchen Unfalls lässt sich auf einen Moment von zwei, drei Sekunden destillieren. Nach diesem Moment ist nichts mehr, wie es war. Weil man sich selbst besser erkennt, weil man darüber nachdenkt, wie das Leben vor diesem Moment war. Und ob es nach diesem Moment anders sein soll. Anders sein muss.

Ich weiß nicht, ob Sean Ellis, der Autor des Films, ähnliches erlebt hat oder sich einfach nur gut in die Situation hineindenken kann. Aber sein psychologischer Horrorfilm, der zwar ins Übernatürliche geht, funktioniert auch als Metapher auf ein traumatisches Erlebnis. Menschen verändern sich. Oder unsere Wahrnehmung uns vertrauter Personen ändert sich. Und alles fühlt sich unwirklich an. Ellis überspitzt es freilich, aber dennoch besitzt der Film eine Subebene, die sich zumindest jenen erschließen sollte, die einen krassen, unerwarteten Einschnitt in ihrem Leben erlebt haben.

Oder ich deute zuviel hinein, weil ich noch nicht ganz verarbeitet habe, was mir passiert ist. Wie sagt Phillip Seymour Hoffmans Figur in DER KRIEG DES CHARLIE WILSON so schön?

“Man wird sehen.”

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