Wolf Watch (1)

Ich interessiere mich für Synchronisation, die Kunst dahinter, die Macher und vor allem für die Sprecher. In Deutschland gibt es eine ganze Reihe hervorragender Sprecher, die mit ihren markanten Stimmen internationalen Schauspielern den eigenen Stempel aufdrücken. Alle paar Jahre scheint es, dass sich ein Sprecher hervortut und plötzlich überall zu hören ist. In den frühen 90er Jahren war dies Benjamin Völz, der nach David Duchovny in AKTE X irgendwie jeden sprach, der groß und schwarzhaarig war. Ein paar Jahre später macht Gerritt Schmidt-Foss eine Karriere daraus, in Serien den Sidekick zu sprechen (und tut es noch, so aktuell Hurley bei LOST). Seit ein paar Jahren scheint nun Bodo Wolf einer der meistgebuchten Synchronsprecher der Republik zu sein.

Der 1944 geborene Wolf hat eine sehr angenehme Stimme. Mir fiel er erstmals in den frühen 90er Jahren als Sprecher von Tom Skerritt in PICKET FENCES und Rene Auberjonois in STAR TREK: DEEP SPACE NINE auf. In den letzten Jahren kann er sich vor Aufträgen nicht mehr retten. Neben Hauptrollen in Serien wie MONK, DEADWOOD, MALCOLM MITTENDRIN, THE WEST WING und LOST WORLD – VERLORENE WELT, um nur ein paar zu nennen, ist er im Kino- und Heimkinobereich extrem aktiv. Es gibt keine Rolle, die zu klein für ihn scheint. Es stört ihn wohl auch nicht, Miniparts anzunehmen, obwohl ein Schauspieler die Hauptrolle spielt, dem er über Jahre die Stimme geliehen hat, so bei BREAKING BAD und Bryan Cranston.

Ich gestehe, ein bisschen nervt es mittlerweile, Bodo Wolf zu hören. Nicht, weil er schlecht wäre. Sondern weil er überpräsent ist. Und das fällt besonders auf, wenn er in einem Film wie JUMPER Michael Rooker spricht, dessen Aussehen so ganz und gar nicht zur Stimme passen mag.

Gerade eben habe ich Bodo Wolf wieder gehört. Und zwar im russischen Actionfilm RUSSIAN TRANSPORTER. Er spricht den Kerl, den Agent Kremnyov beschützen muss. Eine recht große Rolle. Nur leider kommt die Stimme nicht gut vom Gesicht des gut ein Viertel Jahrhundert jüngeren russischen Schauspielers runter.

Russian Transporter

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4 Antworten auf Wolf Watch (1)

  1. Oh, wer hätte gedacht, dassdu dich so für Synchros interessiert. Jetzt verstehe ich auch die Nachfrage wegen des Danneberg Interviews,

  2. Pete sagt:

    Ja, ist ein faszinierendes Thema. Und Danneberg mag ich recht gern. Der hat eine tolle Bandbreite angesichts der vielen Stammschauspieler, die er betreut.

  3. Jepp. Ist außerdem ein total freundlicher Mensch, sehr offen und amüsant. Nimmt sich selbst nicht so tierisch ernst.

  4. Pete sagt:

    Hab ich auch schon gehört. In den verschiedenen Interviews, die ich gelesen habe, kommt er auch sehr bodenständig rüber.

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