Lange vor dem noch immer grassierendem Comic-Film-Boom, genauer: im Jahr 1994, wurde die erste Adaption von Marvel’s First Family, den Fantastischen Vier, produziert. Bernd Eichingers Firma Constantin hielt zu der Zeit seit Jahren die Rechte an dem Stoff, geriet aber in Zugzwang. Denn die Rechte wären an Marvel zurückgefallen, wenn man nicht innerhalb einer vorgegebenen Zeit einen Film produzierte. Darum kam es zu dem Joint Venture von Roger Cormans Firma New Horizons und Constantin. Das Ziel: Eine FANTASTIC FOUR-Produktion, die von vornherein nur für den Giftschrank gedacht war.
Das sagte man natürlich weder Cast und Crew, die sich trotz mickrigem Budget ins Zeug legten und einen Film ablieferten, der freilich an der Tatsache leidet, zu wenig Geld zur Verfügung zu haben, der aber anders als das Hochglanzprodukt aus dem Jahr 2005 Charme besitzt. Die Fackel fliegt hier noch in Zeichentrick, aber das Ding-Kostüm von Optic Nerve ist um Welten imposanter als der Matschmann, als der das Ding im 2005er Film erschien.
FANTASTIC FOUR ist ein unschuldiger Film, in dem die Welt noch schwarzweiß in Gut und Böse getrennt ist. Dem entspricht auch Doctor Doom (cooles Kostüm, aber Schurke Marke Stereotyp). Auch wenn der Film seinerzeit veröffentlicht worden wäre, wäre damit wahrlich kein Blumentopf zu gewinnen gewesen. Dafür war er selbst für 1994 und Low-Budget viel zu unaufwendig, aber Comic-Fans, die das Trash-Herz auf dem rechten Fleck tragen, werden hier ihre helle Freude haben. Der Film kann komplett auf www.youtube.com in neun Teilen angesehen werden. Hier der Trailer: