Archiv für August, 2009

Die Welt der Radiohörspiele

Hierzulande kennt man das ja kaum: alte Radiohörspiele. Sicherlich, auch in Deutschland hat man vor und nach dem Zweiten Weltkrieg gerne Radio gehört, aber die kleinen Hörspiele, die es in den USA gab, sind doch unübertroffen.

Und das gilt vor allem, weil die Tradition der Old Time Radio Shows in den USA eine gänzlich andere ist als in Europa. Das liegt vor allem auch daran, dass es zum einen eine weit größere Menge an Serien gab, zum anderen am Talent, das dort tätig war. So gab es während und nach der Zeit, da Basil Rathbone als SHERLOCK HOLMES in einer Reihe von Universal-Filmen mitwirkte auch eine regelmäßige Radio-Show, in der er den Meisterdetektiv mit seiner unvergleichlichen Stimme zum Besten gab, unterstützt von Nigel Bruce als Dr. Watson.

Ein Star war auch Orson Welles, der noch vor seiner Filmkarriere THE SHADOW gesprochen hat. Abgesehen von Filmstars der damaligen und späteren Zeit sind es aber auch die Charaktere, die die Zuhörer gebannt vor dem Radio verharren ließen. Neben FLASH GORDON gab es auch noch bekannte Reihen wie CHARLIE CHAN, TERRY AND THE PIRATES, SUPERMAN oder auch THE SAINT, um nur ein paar zu nennen.

Diese Serials zum Hören waren natürlich pompös und erwecken aus heutiger Sicht öfters mal ein Schmunzeln auf dem Gesicht des Zuschauers. Schließt man die Augen, sieht man fast schon kleine Schwarzweißfilme ablaufen.

Diese Old Time Radio Shows erfreuen sich heutzutage immer größerer Beliebtheit und im Internet finden sich zahlreiche Websites, die verschiedene Programme zum Download anbieten. Eine gute Adresse zum Start in eine schöne alte Welt des Entertainments ist www.oldtimeradiofans.com. Von hier aus erschließen sich viele weitere Seiten mit Stunden über Stunden akustischer Unterhaltung.

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T.F. Mou spricht

MEN BEHIND THE SUN ist einer der berüchtigsten Filme aller Zeiten. Er polarisiert, er wühlt auf, er widert an. Viel wurde darüber spekuliert, ob Regisseur T.F. Mou einfach nur Exploitation ohne Grenzen und Tabus bieten wollte oder tatsächlich ein hehrer Ansatz hinter der Produktion dieses Films steckt.

Filmemacher Jules Carrozza hat mit T.F. Mou gesprochen. Das Ergebnis ist der Dokumentarfilm CONVERSATIONS WITH T.F. MOU, der Ende 2009 über die eigene Homepage von Carrozzas Firma vertrieben wird: www.jlcarrozza.com

Den Trailer für diese Dokumentation, die eine Lauflänge von 45 bis 70 Minuten haben soll, gibt es bereits seit ein paar Wochen online.

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Wolf Watch (3)

Nicht ganz aktuell, aber ich habe erst die Tage mal die Gelegenheit gehabt, die sechste Staffel von 24 anzusehen. Auch hier mischt Bodo Wolf mit. Er spricht Harry Lennix, den meisten wohl am Ehesten als Lock im zweiten und dritten Teil der MATRIX bekannt. Auf Lennix’ Gesicht passt Wolf sehr gut. Und er spricht Lennix als Walid Al-Rezani mit Akzent. Fein gemacht.

Demnächst sollte DOLLHOUSE auf RTL starten. Ob Bodo dort Lennix auch wieder sprechen wird?

Wer gute Freunde hat, braucht keine Feinde

Eine Binsenweiseheit? Nur ein dummer Spruch? Eine Lektion fürs Leben? Für mich war das immer ein abstrakter Gedanke.

Nicht mehr.

Dexter hören

Der in Florida lebende Autor Jeff Lindsay hat mit „Des Todes dunkler Bruder“ sein Debüt gegeben. Und was für ein Debüt dies ist! Im Mittelpunkt der aus der Ich-Perspektive erzählten Geschichte steht der Forensiker Dexter Morgan, der ein Serienkiller ist. Doch er ist kein gewöhnlicher Mörder. Sein Stiefvater entdeckte früh die Neigungen seines Sohnes und lehrte ihn, zum einen nicht gefasst zu werden, zum anderen die richtigen Opfer zu finden. Denn Dexter tötet nicht einfach wahllos, er macht Jagd auf Mörder, Vergewaltiger, Kinderschänder, kurz: den Abschaum der Menschheit.

Dabei offenbart Dexter aber selbst keinerlei menschliche Züge. Er ist eine leere Hülle, die nur vorgibt, ein Mensch zu sein. Freude, Hass, Liebe – all das ist ihm fremd. Er trägt eine Fassade zur Schau und schafft es sogar, jeden zu täuschen. Oder besser: fast jeden. Denn sein Kollege Doakes glaubt schon lange, dass Dexter etwas verbirgt.

In „Des Todes dunkler Bruder“ treibt ein neuer Serienkiller in Miami sein Unwesen. Er lässt zerstückelte Leichen zurück, denen sämtliches Blut entzogen wurde. Schon bald beginnt er ein Katz- und Mausspiel mit Dexter, in dessen Wohnung er einbricht und dessen persönliche Historie er nutzt, um ihn genau dorthin zu bugsieren, wo er ihn haben will. Und Dexter genießt dies, ist der Eis-Truck-Killer doch ein Wesen ihm nicht unähnlich, jemand, mit dem er sich identifizieren kann, und letzten Endes der einzige Mensch, der ihn versteht.

Jeff Lindsay erzählt eiskalt aus der Perspektive des Mörders, schafft es mitunter ihn sympathisch wirken zu lassen. Doch jedwede Sympathie erstirbt immer wieder, wenn Dexter los legt, wenn er zeigt, dass er keine menschliche Regung kennt und man sich als Rezipient vor Augen führt, dass er im Grunde auch nichts anderes als ein Monster ist. Dexter lebt nur, wenn er tötet.

Der Stoff wurde in den USA als Fernsehserie unter dem Titel DEXTER verfilmt. Diese für das Privatfernsehen Showtime entstandene Serie hält sich in der ersten Staffel eng an die Romanvorlage, webt jedoch noch etwas mehr makabren Humor in die Geschichte ein.

Der Roman, der hierzulande von Knaur erschien, erwies sich als recht erfolgreich, weswegen auch eine Hörbuchvariante erstellt wurde, die den Roman auf sieben CDs mit einer Gesamtlaufzeit von sieben Stunden und 32 Minuten enthält. Vorgetragen wird der Roman von Alexander Bandilla, der in seine Stimme eine ungewöhnliche Kälte legt. Das ist für Dexter passend, wirkt aber immer ein wenig deplatziert, wenn er etwa den Dialog von dessen Schwester Deb spricht. Darüber hinaus betont er bisweilen sehr hart, so dass „Deb“ mehr wie „Depp“ klingt. Man gewöhnt sich einfach nicht an Bandilla. Und darum scheitert DEXTER als Hörbuch.

Die Romane sind jedoch uneingeschränkt zu empfehlen. Und die Fernsehserie gehört sowieso zum Besten, was das US-Fernsehen in den letzten 20 Jahren hervorgebracht hat.

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Herrscher der langweiligen Zeit

Nach Sichtung von THE BEING war ja klar, dass ich Filmen, die mich irgendwann mal fasziniert haben, die ich aber nie gesehen habe, nicht so leicht aus dem Weg gehen kann. Und heute habe ich mir HERRSCHER DER ZEIT angesehen. Der SF-Zeichentrickfilm aus dem Jahr 1982 war stets etwas, von dem ich in der Fachliteratur gelesen hatte. Zumeist gab es dabei auch das Postermotiv zu sehen.

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Ein grandioses Motiv, das die Phantasie anregt, das ein großes Abenteuer verspricht und nicht amerikanisiert, sondern zutiefst französisch ist. Dieses Motiv zu sehen, ließ mich immer bedauern, dass ich den Film nicht gesehen hatte. Tja, nun war es soweit, und was soll ich sagen? Ich hab mich gelangweilt.

Die Designs sind durchaus ansprechend. Der Look von Jaffar kann auch gefallen, erscheint er doch mit seinem kantigen Gesicht wie ein verschollener Bruder von Blueberry. Aber die Geschichte…

Die fängt erst ganz interessant an, verflacht dann aber zusehends, nur um in einem Finale zu gipfeln, das wirkt, als hätte man es einem anderen Film entnommen und einfach aufgepfropft. Erst hier kommen die titelgebenden Herrscher der Zeit ins Spiel – und sie als schamlosen Deus Ex Machina zu bezeichnen, wäre dem Film noch geschmeichelt.

Ich kann mich des Gefühls nicht erwehren, dass ich den Film hätte sehen sollen, als ich neun oder zehn Jahre alt war. Der Mangel an Action hätte mich vielleicht auch gestört, aber ich glaube, dass der Nostalgie-Faktor gerade ob der schönen visuellen Ideen heute richtig reinhauen würde. Immerhin lasse ich auch nichts auf CAPTAIN FUTURE kommen.

So aber ist HERRSCHER DER ZEIT ein SF-Relikt der 80er Jahre: ambitioniert, aber fehlerhaft, technisch veraltet, aber mit kraftvollen Designs. Sehenswert? Für ein einmaliges Schauen durchaus. Und sei es nur, weil die gesichtslosen Engelswesen des DVD-Covers mit das Coolste am Film sind.

HerrscherDerZeitDVD

Wolf Watch (2)

Es hat nicht lange gedauert, bis ich Bodo Wolf wieder gehört habe. Allerdings nur kurz beim Zappen. Er spricht im indischen Film FANAA – IM STURM DER LIEBE. Ich hab mir den fast dreistündigen Film nicht angesehen, aber augenscheinlich ein großer Blockbuster in Indien, der neben typischen Tanz- und Gesangseinlagen auch kontroverse Inhalte transportiert (Stichwort: Kaschmirkonflikt).

House of the Wolf Man

In den 30er Jahren waren die Universal Studios mit ihren klassischen Horrorgestalten wie Frankenstein, Dracula oder dem Wolf Man sehr erfolgreich. Jede dieser Figuren (und auch der Unsichtbare) lebte in mehreren Fortsetzungen weiter. Zu Anfang der 40er Jahre ließ die Popularität der Monster jedoch deutlich nach, weswegen Universal dem entgegensteuern wollte, in dem es Monster-Happenings gab, bei denen Frankenstein auf den Wolfsmenschen oder Dracula traf. 1944 gab es HOUSE OF FRANKENSTEIN, 1945 dann HOUSE OF DRACULA. Danach trafen die Monster noch auf Abbott und Costello, aber die Luft war raus.

Nun, mehr als 60 Jahre später, gibt es endlich HOUSE OF THE WOLF MAN. Dies ist natürlich kein offizielles Sequel von Universal, sondern eine Arbeit von Regisseur Eben McGarr, der zuvor mit dem Independent-Streifen SICK GIRL aufgefallen ist. Das Faszinierende an HOUSE OF THE WOLFMAN ist, dass der Film in Schwarzweiß und im Format 1,33:1 gedreht wurde. Darüber hinaus versprechen die Macher, dass es nichts gibt, was es nicht in den 40er Jahren auch gegeben hätte. Gore und Sex wird man dementsprechend vergeblich suchen, aber dafür dürfte dies ein Monsterfilm werden, den die ganze Familie sehen kann.

Als Wolfsmensch tritt Ron Chaney in die Fußstapfen seines Großvaters Lon Chaney Jr. Die übrige Besetzung ist weitestgehend unbekannt. Erwähnenswert ist jedoch noch Dracula, dessen Darsteller Michael Thomas wirklich Bela Lugosi sehr ähnlich sieht.

Die Handlung: Fünf Fremde werden unter falschen Voraussetzungen in ein einsames Anwesen gelockt. Ein Haus, das ihnen als Erbe in Aussicht gestellt wird. Doch sie haben keine Ahnung in welche Gefahr sie sich begeben, ist dies doch das Haus des Wolfsmenschen.

Hier noch der stimmungsvolle Trailer des im Oktober in den USA erscheinenden Films.

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Dämon werde aus dem Mann

Eine Comic-Figur, die reimt. Das ist schon etwas. Was? Naja, zumindest ungewöhnlich. Die einzig mir bekannte Figur, die praktisch nur in Reimen spricht, ist Jack Kirbys Schöpfung The Demon a.k.a. Etrigan (der optisch an eine Verkleidung angelegt ist, die Prinz Eisenherz einst nutzte, um Schurken Angst einzujagen). Die Geschichte von Etrigan ist ein wenig verworren. Er teilt sich den Körper mit dem Magier Jason Blood und mit Hilfe einer Beschwörungsformel tauschen sie die Erscheinung. Ich selbst war nie ein großer Fan von Etrigan. Genaugenommen fand ich die Figur mit der ewigen Reimerei sogar recht dämlich, und das sogar in den wenigen Heften der eigenen Serie, die von einem meiner Lieblingsautoren, Garth Ennis, geschrieben worden ist. Was ich aber immer mochte, das war die Beschwörungsformel.

Am schönsten wurde diese im meines Wissens nach ersten deutschen Auftritt der Figur, in Ehapas “Der neue Superman 5/88″, ins Deutsche übertragen.

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Wer der Übersetzer war, weiß ich nicht mehr, da sich das Heft auch nicht mehr in meinem Besitz befindet. An den Wortlaut der Formel kann ich mich aber lebhaft erinnern.

Weiche, weiche, Menschenform,

Setze Kräfte frei enorm,

Siede Blut in Herz aus Feuer,

Mache mich zum Ungeheuer.

Dämon werde aus dem Mann,

Etrigan.

In späteren Jahren gab es bei Dino sicherlich noch abweichende Übersetzungen, die sind mir aber nicht geläufig. Im Original liest sich das übrigens so:

Change! Change, o form of man!

Release the might from fleshy mire!

Boil the blood in heart of fire!

Gone! Gone! The form of man!

Rise the demon Etrigan!

Und zum Abschluss noch das Cover der allerersten Ausgabe von “The Demon”, mit der die Serie in den 70er Jahren bei DC debütierte. Rein optisch hat sich Etrigan in all den Jahren praktisch kaum verändert.

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238 Jahre

Ein paar Tage ist sein Geburtstag schon her. Sir Walter Scott wurde am 15. August 1771 im schottischen Edinburgh geboren. Er war ein Dichter und Schriftsteller, der hier zu Lande eher ein Schattendasein fristet. Nach wie vor dürfte sein Roman “Ivanhoe” das bekannteste seiner Werke im deutschen Sprachraum sein. Bekannt wurde Scott zu Beginn des 19. Jahrhunderts durch seine Gedichte wie “Lady of the Lake”. Wenig später war er mit seinen Romanen, die sich mit der schottischen Kultur beschäftigten und romantische Abenteuergeschichten erzählten, erfolgreich. Dabei arbeitete er oft unter Pseudonym und firmierte nach dem Erfolg von “Waverly” gerne als “Der Autor von Waverly”.  Schon zu Lebzeiten brodelte jedoch die Gerüchteküche und besagte, dass er hinter den historischen Erfolgsromanen stand.

Sir Walter Scott, der am 21. September 1832 verstarb, hat ein reichhaltiges und nachhaltiges Werk hinterlassen. Mir persönlich hat es besonders eines von seinen kürzesten Gedichten angetan.

Come he slow or come he fast.

It is but death who comes at last.

Die schönste Übertragung ins Deutsche habe ich übrigens in einem Comic gesehen, und zwar in “100% DC 11: Flash – Am Limit”. Es ist dort so passend, wie vielleicht nirgendwo sonst, setzt es doch den Schlusspunkt für eine Geschichte, an deren Ende der schnellste Mann auf Erden stirbt.

Ob er langsam naht, oder geschwind,

Der Tod ist es, der das letzte Rennen gewinnt.